Symbole

Materialien und Vorlagen

Woher Symbolsammlungen, Tafeln und Gebärdenkarten legal kommen - und was die jeweilige Lizenz tatsächlich erlaubt.

Wer mit Unterstützter Kommunikation anfängt, steht schnell vor derselben Frage: Woher kommt das Material? Die Antwort hängt davon ab, was daraus werden soll - etwas für ein einzelnes Kind, etwas für eine Einrichtung oder etwas, das weitergegeben wird.

Diese Seite ordnet die Quellen und sagt, was die jeweilige Lizenz erlaubt. Sie ist kein Shop und enthält keine Kaufempfehlungen - wir verkaufen nichts und verdienen an keiner der genannten Quellen.

Symbolsammlungen

Sammlung Kosten Weitergabe erlaubt? Wofür geeignet
ARASAAC kostenfrei ja, unter Namensnennung (CC BY-SA-NC) Material, das in Umlauf geht; Einrichtungen; Elterngruppen
METACOM kostenpflichtig, Einzellizenz nein Alltagsmaterial für eine Person oder Einrichtung
PCS kostenpflichtig, oft in Talker-Software enthalten nein Nutzung mit passender Kommunikationssoftware
Bliss über Blissymbolics Communication International lizenzabhängig sehr differenzierte, schriftnahe Nutzung

Praktisch heißt das: Für den Hausgebrauch und die eigene Einrichtung ist METACOM wegen seiner Verbreitung meist die sinnvollste Investition - Kindergarten, Schule und Therapie arbeiten wahrscheinlich schon damit, und dieselben Bilder überall zu sehen ist für die nutzende Person mehr wert als jede gestalterische Feinheit. Sobald Material die eigene Einrichtung verlässt, führt der Weg zu ARASAAC.

Fertiges Material

Nicht alles muss selbst gebaut werden. Regulär erhältlich sind unter anderem:

  • Gebärdenkarten und Gebärdenbücher zu den deutschen Systemen, insbesondere zu GuK und Schau doch meine Hände an. Beide Sammlungen sind über die jeweiligen Herausgeber und den Fachbuchhandel zu beziehen.
  • Vorgefertigte Kommunikationstafeln in verschiedenen Rastergrößen, laminiert oder als Druckvorlage.
  • Ich-Buch-Vorlagen, in die nur noch Fotos und persönliche Angaben eingesetzt werden.
  • Kernvokabular-Tafeln, deren Feldbelegung bereits nach sprachlicher Häufigkeit sortiert ist.

Beratungsstellen für Unterstützte Kommunikation halten häufig Musterexemplare zum Ansehen bereit, bevor man kauft. Die Adressen stehen unter Beratung und Anlaufstellen.

Selbst erstellen: was sich lohnt und was nicht

Selbst zu bauen lohnt sich bei allem Persönlichen: Fotos von Familienmitgliedern, vom eigenen Zimmer, vom Weg zur Schule, von Lieblingsspielzeug. Diese Bilder kann keine Sammlung liefern, und sie sind es, die ein Kommunikationssystem zu dem der jeweiligen Person machen.

Nicht lohnen tut sich, ein Raster von Grund auf zu entwerfen. Die Anordnung der Felder auf einer Tafel ist keine Geschmacksfrage - sie folgt Häufigkeit und Wortart, und diese Arbeit haben andere schon gemacht. Wer selbst anordnet, landet fast immer bei zu vielen Nomen und zu wenig Kernvokabular.

Praktische Hinweise für selbst erstelltes Material:

  • Laminieren, wenn es täglich benutzt wird. Alles andere hält keine drei Wochen.
  • Feldgröße nach Motorik, nicht nach Platz. Lieber zwölf große als dreißig kleine Felder.
  • Immer eine zweite Kopie erstellen. Tafeln gehen verloren, und die Lücke bis zum Ersatz kostet mehr, als die Kopie kostet.
  • Beschriftung mitdrucken. Das Schriftwort unter dem Symbol hilft allen, die das Symbol nicht kennen - Vertretungskräfte, Großeltern, das Kind selbst beim späteren Lesenlernen.

Was aus den Makaton-Materialien wurde

Der Verein MAKATON Deutschland e. V. hat bis 2019 ein eigenes Sortiment vertrieben: das Kernvokabular als Nachschlagewerk und CD, Symbolsammlungen zu Themen wie Tiere, Transportmittel oder Familie, Poster mit Gebärden und Symbolen, Klettmappen, Symbolaufkleber und Bilderbücher.

Mit der Liquidation des Vereins ist dieser Vertriebsweg entfallen. Die Materialien sind nicht mehr regulär erhältlich, und sie dürfen auch nicht kopiert weitergegeben werden - Symbole und Gebärdenvokabular sind urheberrechtlich geschützt. Wer heute etwas Vergleichbares sucht, findet es bei den deutschen Systemen; die Einordnung steht unter Makaton.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Darf ich METACOM-Symbole an andere Eltern weitergeben?
Nein. Die METACOM-Lizenz gilt für die Person oder Einrichtung, die sie erworben hat. Fertiges Material, das Sie für ein bestimmtes Kind erstellt haben, dürfen Sie mit dessen Bezugspersonen nutzen - die Symboldateien selbst weiterzugeben ist nicht erlaubt. Für Material, das in Umlauf gehen soll, ist ARASAAC die richtige Wahl.
Gibt es Vorlagen, die nichts kosten?
Ja. ARASAAC stellt über 10.000 Piktogramme und dazu Werkzeuge zum Erstellen von Tafeln kostenfrei bereit. Auch mehrere Beratungsstellen und Fachverbände veröffentlichen Vorlagen für Kommunikationstafeln, Ich-Bücher und Tagespläne zum freien Herunterladen.
Warum zeigt dieses Portal keine Symbole?
Weil praktisch alle verbreiteten Symbolsammlungen urheberrechtlich geschützt sind. Wir könnten nur ARASAAC-Piktogramme zeigen, würden damit aber eine Sammlung bevorzugt darstellen. Stattdessen verweisen wir auf die Originalquellen, wo die Symbole in ihrer vollständigen und aktuellen Fassung stehen.

Zuletzt überarbeitet am 14. August 2026.