Wenn Sprechen nicht reicht, gibt es andere Wege
Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland können sich nicht oder nur eingeschränkt über Lautsprache verständigen. Gebärden, Symbole, Kommunikationstafeln und Talker geben ihnen eine Stimme. Dieses Portal erklärt die Verfahren, ordnet sie ein und sagt, wo Sie Beratung finden.
Womit Menschen hier anfangen
- Was ist Unterstützte Kommunikation?
Der Überblick über alle Formen: körpereigene Zeichen, Bildkarten, Tafeln und elektronische Hilfen.
- Erste Schritte im Alltag
Womit Familien anfangen, wenn ein Kind noch nicht oder kaum spricht.
- Was ist Makaton?
Das britische Sprachförderprogramm aus Wort, Gebärde und Symbol - und wie es in Deutschland eingesetzt wurde.
- Kostenübernahme für Hilfsmittel
Wer einen Talker bezahlt, welche Anträge nötig sind und woran es meistens scheitert.
- Erste Gebärden für den Alltag
Zwanzig Wörter, mit denen der Einstieg fast immer gelingt.
- Beratung und Anlaufstellen
Beratungsstellen, Fachverbände und Selbsthilfe in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Alles, was zur Verständigung gehört
- Unterstützte Kommunikation
Der Oberbereich: alle Wege, sich ohne oder mit wenig Lautsprache zu verständigen - von der eigenen Hand bis zum sprechenden Gerät.
- Gebärden
Handzeichen zum gesprochenen Wort. Welche Systeme es gibt, wie sie sich unterscheiden und mit welchen Gebärden man anfängt.
- Symbole
Bildzeichen für Wörter: wie sie aufgebaut sind, welche Sammlungen taugen und wie man daraus Tafeln, Ordner und Tagespläne baut.
- Methoden
Die benannten Programme im Vergleich - was sie leisten, wofür sie gedacht sind und wie belastbar die Evidenz jeweils ist.
- Zielgruppen
Was die jeweilige Ausgangslage konkret bedeutet - und welche Formen der Unterstützten Kommunikation typischerweise passen.
- Leichte Sprache
Kurze Sätze, bekannte Wörter, klare Gliederung - der Zugang für alle, die lesen können, schwere Texte aber nicht verstehen.
- Magazin
Hintergründe und Einordnungen, die über die Nachschlageseiten hinausgehen.
Warum dieses Portal makaton-deutschland.de heißt
Unter dieser Adresse stand bis 2019 der Verein MAKATON Deutschland e. V., der das britische Sprachförderprogramm Makaton im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht hat. Der Verein befindet sich seit dem 6. April 2019 in Liquidation, die Seite lag seither brach.
Wir führen die Adresse als unabhängiges Informationsportal weiter. Wir sind kein Nachfolger des Vereins, gehören nicht zur Makaton Charity in Großbritannien und bieten weder Makaton-Kurse noch Makaton-Materialien an. Was wir tun: die Verfahren der Unterstützten Kommunikation verständlich erklären und dorthin verweisen, wo es Beratung und Material gibt.
Neu im Magazin
- Die fünf häufigsten Fehler
Wenn ein System nicht funktioniert, liegt es fast immer an einer dieser fünf Stellen - nicht an der Person.
- Bremsen Gebärden das Sprechen?
Die Sorge, die jede Familie zu hören bekommt - woher sie kommt und was dagegen spricht.
- Glossar
Die Fachbegriffe, die in Beratungsgesprächen und Berichten auftauchen - kurz und verständlich erklärt.
Fragen und Antworten
- Ab wann ist Unterstützte Kommunikation sinnvoll?
- Sobald erkennbar ist, dass die Lautsprache nicht ausreicht, um sich zu verständigen. Auf ein Mindestalter oder auf Diagnostikergebnisse zu warten, kostet Zeit, in der ein Kind Sprache erwerben könnte. Unterstützte Kommunikation ersetzt das Sprechen nicht, sondern gibt es begleitend dazu.
- Verhindert Gebärden, dass ein Kind sprechen lernt?
- Nein. Diese Sorge hören Familien häufig, sie hält der Forschungslage nicht stand. Gebärden und Symbole nehmen den Druck aus der Situation, machen Sprache sichtbar und begleiten den Spracherwerb. Viele Kinder legen die Gebärden von selbst ab, sobald das gesprochene Wort verlässlich funktioniert.
- Gibt es Makaton in Deutschland noch?
- Als organisierte Struktur nicht mehr. Der Verein MAKATON Deutschland e. V. befindet sich seit dem 6. April 2019 in Liquidation, Kurse und Materialien werden über ihn nicht mehr angeboten. Das Prinzip aus Wort, Gebärde und Symbol lebt in deutschen Ansätzen wie GuK oder „Schau doch meine Hände an“ weiter.
- Wer bezahlt einen Talker oder eine Kommunikationshilfe?
- In der Regel die gesetzliche Krankenkasse, weil elektronische Kommunikationshilfen als Hilfsmittel zum Behinderungsausgleich gelten. Nötig sind eine ärztliche Verordnung, ein Erprobungsbericht und eine fachliche Begründung. Erstablehnungen sind häufig und mit einem gut begründeten Widerspruch oft zu korrigieren.