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Glossar der Unterstützten Kommunikation

Die Fachbegriffe, die in Beratungsgesprächen und Berichten auftauchen - kurz und verständlich erklärt.

Wer aus einem Beratungsgespräch kommt oder einen Erprobungsbericht liest, stößt auf Begriffe, die niemand erklärt hat. Dieses Glossar hilft beim Nachschlagen.

A bis G

AAC - Augmentative and Alternative Communication, der englische Begriff für Unterstützte Kommunikation. „Augmentative“ heißt ergänzend, „alternative“ ersetzend.

Ansteuerung - die Art, wie eine Person eine Auswahl trifft: mit dem Finger, dem Kopf, dem Blick oder über einen Taster. Bei elektronischen Hilfen die zentrale Frage.

Aufbauvokabular - der thematisch geordnete Wortschatz jenseits der Grundwörter. Wird bedarfsweise ergänzt, nicht systematisch durchgearbeitet.

Augensteuerung - Auswahl über die Blickrichtung, erfasst von einer Kamera. Ausgelöst durch Verweilen oder ein zusätzliches Signal.

Direktauswahl - die Person zeigt oder tippt unmittelbar auf das gewünschte Feld. Das schnellste Verfahren, sofern die Motorik es zulässt.

Dysarthrie - Sprechstörung durch beeinträchtigte Steuerung der Sprechmuskulatur. Das Denken und die Sprachverarbeitung sind dabei nicht betroffen.

Erprobung - die Testphase, in der mehrere Hilfsmittel über Wochen im echten Alltag ausprobiert werden. Grundlage jeder Beantragung, siehe Kostenübernahme.

Gestützte Kommunikation - Verfahren mit körperlicher Stützung der Hand beim Tippen. Die Wirksamkeit gilt als widerlegt, siehe die ausführliche Darstellung.

H bis O

Ich-Buch - persönliches Heft über die eigene Person, das Fremden einen Zugang gibt. Mehr unter Ich-Buch.

Kernvokabular - die kleine Gruppe hochfrequenter Wörter, die den größten Teil aller Äußerungen ausmacht. Der wichtigste Begriff beim Tafelbau, ausführlich unter Kernvokabular.

Kommunikationstafel - festes Raster aus Symbolfeldern zum Zeigen. Siehe Kommunikationstafeln.

LBG - lautsprachbegleitende Gebärden, bei denen jedes Wort gebärdet wird. Abgrenzung unter DGS, LBG und LUG.

LUG - lautsprachunterstützende Gebärden, bei denen nur die Schlüsselwörter gebärdet werden. Die in der Unterstützten Kommunikation übliche Form.

Modelling - das Vormachen des Systems durch die Bezugspersonen, ohne eine Reaktion zu verlangen. Siehe Modelling.

Multimodalität - der gleichzeitige Einsatz mehrerer Kommunikationskanäle. Kein Kompromiss, sondern das Ziel.

P bis Z

PECS - Picture Exchange Communication System, Programm mit Bildkartentausch in sechs Phasen. Siehe PECS.

Randvokabular - die große Zahl seltener Wörter, überwiegend Gegenstandsbezeichnungen. Wichtig im Einzelmoment, selten über den Tag.

Scanning - Abtastverfahren. Das Gerät geht die Felder nacheinander durch, die Person löst mit einem Taster aus. Langsam, aber mit einer einzigen Bewegung bedienbar.

Sprachausgabe - die synthetische oder aufgenommene Stimme eines Talkers.

Symbolsammlung - geschlossener Bestand an Bildzeichen mit einheitlicher Bildlogik, etwa METACOM oder ARASAAC.

Talker - elektronische Kommunikationshilfe mit Sprachausgabe. Siehe Talker und elektronische Hilfen.

TEACCH - Ansatz zur Strukturierung von Raum, Zeit und Aufgaben. Siehe TEACCH.

UK - Unterstützte Kommunikation, der deutsche Oberbegriff.

Zero Exclusion - Grundsatz, dass niemand von Kommunikationsangeboten ausgeschlossen wird. Es gibt keine Mindestvoraussetzung an Intelligenz, Motorik oder Alter, die vorher erfüllt sein müsste.

Zuletzt überarbeitet am 14. August 2026.